Harada-Methode: Die Eliminierung der achten Art der Verschwendung

Ein Weg, Organisationen zu helfen ihren Wert zu steigern, ist Lean Management. Es geht dabei im Kern um die Vermeidung von Verschwendung, Schwankung und Überlast. Es gibt klassisch 7 verschiedene Arten der Verschwendung, deren Eliminierung zur Verbesserung der Rentabilität und zur Schaffung von zufriedeneren Kunden führt, da alle Aktivitäten sich durch die Eliminierung auf die Wertschöpfung aus Kundensicht konzentrieren:

    1. Überproduktion: Herstellung von Erzeugnissen, die zum aktuellen Zeitpunkt gerade (noch) nicht benötigt werden
     
    2. Transport: Unnötige Bewegung von Rohmaterial, Zwischenprodukten und Fertigwaren
     
    3. Bestände: Lagerung von Teilen, Zwischenprodukten und Fertigwaren
     
    4. Bewegung: Unnötige Bewegung durch die arbeitenden Menschen (z.B. Bücken, Heben, etc.) oder Leerwege von Maschinen (zu weites öffnen, Leerfahrten, etc.)
     
    5. Unnötige Prozesse: Mehr Arbeit, als für die Wertschöpfung erforderlich
     
    6. Überverarbeitung: mehr Arbeit, als für den Auftrag erforderlichen
     
    7. Mängel: Verschwendung durch Ausschuss, Nacharbeit, und damit verbundene Auswirkungen, wie Umplanungen, Verspätungen etc.
     
    Eine achte Art der Verschwendung wird in der Verschwendung des Talents der Mitarbeiter gesehen:
    8. Ungenutzte Talente: ungenutzte Fähigkeiten, Wissen und Talente der Mitarbeiter

Die ersten sieben Verschwendungen liegen im Produktionsprozesses begründet. Für die Beseitigung dieser Verschwendungen gibt es Tools und Methoden aus dem Lean Management wie 5S, Visuelles Management, Takt, Heijunka, Kanban, und mehr. Doch die achte Art der Verschwendung, die sich direkt auf die Menschen in den Prozess bezieht, wird damit nicht reduziert. Die Harada-Methode hilft die achte Art der Verschwendung, nämlich die Vergeudung von Fähigkeiten und Talenten der Mitarbeiter zu eliminieren.

Sie können mit der Harada-Methode den Fokus auf den Menschen wieder gewinnen

Organisationen neigen dazu, sich mehr auf die Prozesse als auf die Menschen zu konzentrieren. Mitarbeiter, die sich selbst in solchen Prozessen befinden, können aufgrund von Routinen maschinenhaft werden. Sie verlieren mit der Zeit die Fähigkeit ihren eigenen Verstand kreativ zu nutzen. Sie verlieren ebenfalls die Verantwortung für den Prozess; dies führt schnell zu Langeweile und Stagnation. Sie hören auf, über die Verbesserung der Prozesse nachzudenken. Die Prozesse werden so starr, dass selbst kleine Änderung zu groß erscheinen und Verbesserungen nicht mehr erreicht werden können, bis der Prozess obsolet wird. Wenn jedoch die Arbeitnehmer in den Prozessen beteiligt werden, haben sie die Kontrolle über die Prozesse und können wieder stolz auf ihre Arbeit sein. So lassen sich die Prozesse verbessern, in dem die Menschen ihre eigenen Fähigkeiten und Talente ausbauen.

Monozukuri und Hitozukuri

Für das japanische Wort „Monozukuri“ gibt es keine direkte Übersetzung ins Deutsche (wörtlich einfach „Dinge machen“), aber im Wesentlichen bedeutet es die Kunst der Erstellung der besten Produkte, eine meisterhafte „Handwerkskunst.“ Dies geschieht nicht allein durch die Technik, auch Stolz auf die eigene Arbeit, die Erreichung einer Exzellenz in Fertigungsprozessen sowie die kontinuierliche Verbesserung prägen das Endprodukt.

„Hitozukuri“ (wörtlich Menschen machen): „hito“ und „zukuri“ bedeutet Personen und Prozess der Herstellung. Effektiv steht „hitozukuri“ für den Prozess der Prägung und Ausbildung der Menschen. Der Stolz und die Exzellenz in der Handwerkskunst durch kontinuierliche Prozessverbesserung kann mit „hitozukuri“ erreicht werden.

Aber „hitozukuri“ steht für viel mehr als nur für die Ausbildung der Menschen. Es ist ein kontinuierlicher Prozess, der den Menschen ermöglicht, durch ihre Arbeit den Erfolg in ihren Bereichen und der Verbesserung ihrer Fähigkeiten zu erreichen. Durch die Verwendung von „hitozukuri“ sind die Mitarbeiter nicht nur in der Lage, ihre Arbeit und ihre Aufgaben besser auszuführen, sondern werden motiviert, sich ihre eigenen Ziele zu setzen und dann stetig ihre eigene Arbeit zu verbessern, um diese Ziele zu verfolgen und zu erreichen.

Hitozukuri ist ein Weg, in der die Menschen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Organisation, Ausbildung und Begleitung der Mitarbeiter befähigt werden, um:

    icon-caret-right Neue Fähigkeiten zu erlernen
     
    icon-caret-right Den aktuellen Job zu meistern und Mentoren für andere zu werden
     
    icon-caret-right Innerhalb der Organisation zu wachsen, um eine neue und wichtigere Positionen zu erreichen
     
    icon-caret-right Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen entwickeln, die es den Mitarbeiter ermöglicht, ihre Arbeit besser zu machen
     
    icon-caret-right Neue Möglichkeiten finden, um bestehende Prozesse zu verbessern

„Hitozukuri“ konzentriert sich auf die Verwendung der Talente, die es innerhalb der Organisation gibt und behandeln sie mit Respekt.

Takashi Harada entwickelte, ein Verfahren zur Nutzung von „hitozukuri“ das als die Harada-Methode bekannt wurde. Die Harada-Methode ist die menschliche Seite des Lean Managements und ermöglicht den Mitarbeitern durch die Identifizierung mit ihrer Arbeit und der Setzung von eigenen Zielen oder Aufgaben, voran zu kommen, um erfolgreich zu sein. Dieses Verfahren steht im Einklang mit Lean, Kaizen, sowie anderen Methoden und Werkzeugen, die zur kontinuierlichen Verbesserung führen.

Selbstvertrauen: Das Wesen der Harada-Methode

Das Wesen der Harada-Methode ist Selbstvertrauen – das Vertrauen und die Fähigkeit der Menschen, ihre Fähigkeiten in dem Maße selbst zu entwickeln, so dass sie praktisch unersetzlich werden. Dieses Selbstbewusstsein ermöglicht es ihnen, ihre Fähigkeiten sowohl für die eigene Verbesserung als auch für die Verbesserung der Organisation zu verwenden. Solchen Mitarbeiter kann hohes Vertrauen entgegen gebracht werden, weil sie stets in der Lage sind, eine korrekte und gut informierte Entscheidung zu treffen. Die Ziele werden von den Arbeitnehmern selbst festgelegt und in Einklang mit den Zielen der Organisation gebracht, deshalb gibt es kaum Unklarheiten oder Fragen bezüglich der Zieldefinition- und Erreichung.

Der Erfolg kann nicht erreicht werden, es sei denn, eine Einzelperson macht sich die Mühe, sie selbstständig zu erreichen. Die Personen müssen eine Meisterschaft ihrer Fähigkeit erreichen, unabhängig ob diese Fertigkeit nun in der Dateneingabe oder Bedienung von komplizierten Maschinen besteht. Sobald die Fertigkeit beherrscht wird, kann der Einzelne die Fähigkeit kontinuierlich. Dabei stellt die Harada-Methode ein Rüstzeug für die Entwicklung sowohl der Persönlichkeit als auch der Talente der Mitarbeiter in einer Organisation dar, und fügt sich nahtlos ins Lean Management ein.